Posts Tagged “Kirche”
Ein 12-jähriges französisches Mädchen hat eine kreative Lösung gefunden, wie mit dem Theodizee-Problem* umgegangen werden kann: Rache. Die Schwester des jungen Mädchens war bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Da Gott die Schwester offensichtlich nicht beschützt hatte beschloss das Mädchen, sich an ihm zu Rächen. Dazu versuchte sie eine Kirche anzuzünden, indem sie Wachs auf dem Boden verteilte. Dieser brannte allerdings nicht sehr lange. Sie ließ sich von diesem ersten Fehlschlag allerdings nicht entmutigen und versuchte es insgesamt vier mal (unter anderem am Altar) bis der Pfarrer und die Polizei ihr auf die Schliche kamen. Ersterer hat ihr verziehen, letztere verordnete erzieherische Massnahmen an. Größere Schäden gab es zum Glück nicht (würde Gott ja nicht zulassen ).
Hoffentlich findet sie bald heraus, dass es keinen mystische, mächtige Himmelsmann gibt der irgendjemanden beschützt. Wobei sie dann immer noch zu recht auf jene sauer sein darf, die ihr diesen Unfug überhaupt erst beigebracht haben. Aber bitte, Brandstiftung ist keine gute Lösung, starte lieber ein Atheistenblog oder so.
*: Also der Frage, wie ein allmächtiger und allgütiger Gott das Leid in der Welt zulassen kann.
Tags: Atheismus, Kirche, Familiantragödie, Frankreich, Gott, Religion, Theodizee-Problem, Tragödie
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Geschrieben von: Marcel in Religion
Na endlich, hoffentlich sind wir ihn damit wirklich los. Bischof Mixa hat ein Rücktrittsbesuch beim Papst eingereicht. Seine Meinungen und Verhaltensweisen stellen, denke ich, einen erschreckenden Querschnitt durch die radikaleren religiösen Überzeugungen der heutigen Kirche dar. Er …
Und ich vermute mal, diese Liste ließe sich noch fortsetzen. Ich denke da ist es verständlich, dass ich über sein (hoffentlich endgültiges) Verschwinden aus der Öffentlichkeit froh bin. Aber irgendwie glaube ich nicht ganz, dass wir in Zukunft nichts mehr von ihm hören werden …
Tags: Holocaust, Israel, Abtreibungen, Atheismus, Biologie, Bischof Mixa, Katholische Kirche, Katholische Theologie, Katholisch, Kinder, Christentum, Christen, Kirche, Kommunismus, Kreationismus, Faschismus, Familie, Deutschland, Hölle, Juden, Palestina, Sexuelle Revolution
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Der Bonner Professor Michael Schulz will heiraten. Das habe ich ja auch erst vor kurzem getan (und noch nicht bereut ), darum finde ich diese Entscheidung schön und gratuliere dazu. Aber warum schreibe ich eigentlich darüber? Nun, ich bin nicht der einzige der darüber schreibt.
Der Grund: Schulz ist Professor für Katholische Theologie. Experte für Dogmatik*. Sogar Dekan der katholisch-theologischen Fakultät und wurde vor kurzem zum Mitglied der katholischen Theologiekommision des Vatikans berufen. Und daher an ein Leben in “Priesterlicher Ehelosigkeit” gebunden. Die Liebe war nun wohl stärker.
Daher wurde er umgehend von Kardinal Karl Lehman, in dessen Diözese Mainz er Priester war, vom Priesteramt suspendiert. Und nicht nur das. Der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner, zuständig für die Bonner Fakultät, wird dem Wissenschaftsminister Nordrhein-Westfalens, Andreas Pinkwart, einen “einen schweren oder ärgerlichen Verstoß” gegen den Priesterlichen Lebenswandel des Professors anzeigen. Man könnte jetzt meinen: soll er doch. Aber unglücklicherweise hat dies tatsächlich Auswirkungen. Es gibt da nämlich diesen Vertrag, das so gennante ‘Preußenkonkordat‘. Der ist inzwischen 80 Jahre alt (von 1929) und ursprünglich abgeschlossen zwischen der preußischen Regierung und dem heiligen Stuhl**. Offenbar hat sich nie jemand darum gekümmert eine neue Regelung zu treffen, der Vertrag noch immer gültig. Und laut diesem verliert der Professor seine Lehrerlaubnis und muss ersetzt werden:
Sollte ein einer katholisch-theologischen Fakultät angehöriger Lehrer in seiner Lehrtätigkeit oder in Schriften der katholischen Lehre zu nahe treten oder einen schweren oder ärgerlichen Verstoß gegen die Erfordernisse des priesterlichen Lebenswandels begehen, so ist der zuständige Bischof berechtigt, dem Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hiervon Anzeige zu machen. Der Minister wird in diesem Fall, unbeschadet der dem Staatsdienstverhältnis des Betreffenden entspringenden Rechte, Abhilfe leisten, insbesondere für einen dem Lehrbedürfnis entsprechenden Ersatz sorgen.
(Schlußprotokoll zu Zu Artikel 12 Absatz 1 Satz 2 des Preußenkonkordat)
Allerdings ist er immer noch verbeamteter Professor, verliert also wenigstens nicht seine Anstellung. Nur was macht die Universität jetzt mit einem Katholischen Theologen, der aus seiner Fakultät geschmissen werden muss? Sie überlegt ihn bei den Philosophen unterzubringen. Gut, ich bin auch der Meinung dass er, nur weil er heiraten will und diese völlig sinnfreie Zölibatsgeschichte nicht mehr mitmacht nicht seinen Job verlieren darf. Ich finde es aber nicht besonders schön dass diese kirchliche Forderung im Endeffekt der Universität Geld kostet (wie ich vermute, genauere Informationen habe ich dazu nicht gefunden), denn sie muss ja für Ersatz sorgen, den Professor aber weiterhin beschäftigen. Eigentlich ist es ein Witz, dass der Staat sich dermaßen von der Kirche beeinflussen lässt. Noch dazu mit einem uralten Vertrag. Der Wissenschaftsminister bekommt von der Kirche gesagt was er zu tun hat. Weil ein Professor eine höchst private Entscheidung getroffen hat. Lächerlich.
Es ist an der Zeit, Kirche und Staat auch in Deutschland effektiv zu trennen.
*: Toll was es so alles gibt, nicht? Spontan erscheint mir das als der Gegenpol schlechthin zum Wissenschaftler, aber vielleicht habe ich ja auch keine Ahnung…
**: Heilige Scheiße, wie kann eigentlich ein Möbelstück Verträge eingehen?
Tags: Preußenkonkordat, Professor Michael Schulz, Bonn, Kardinal Joachim Meisner, Kardinal Karl Lehman, Katholische Kirche, Katholische Theologie, Katholisch, Zölibat, Kirche, Köln, Deutschland, Priester, Preußen, Religion, Skeptisches, Universität Bonn, Vatikan
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Nur ein schnelles Update damit ich noch beim August Monthly Special auf Take Out Photo teilnehmen kann: Triptych.
Die Hochzeit war wundervoll, alles lief super und wir sind erschöpft vom planen, durchführen und feiern. Mehr dazu in den nächsten Tagen oder Wochen. Achso, Bilder sollten wir auch noch bekommen, zum Fotografieren haben wir natürlich kaum Zeit gehabt.
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Tags: Schwarzweiß, Canon EOS 50E, Kirche, EF 24mm f/2.8, Analogfotografie, Frankreich, Fuji Neopan Acros 100, Haute Normandie, Kloster, Normandie, Photo Challenge, Fotoserien, Fotografie, Religion, Ruine, Triptychon
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Geschrieben von: Marcel in Allgemeines, Bilder

Zuletzt ist es ja recht ruhig hier im Blog. Dieses mal schiebe ich es nicht auf zu viel Arbeit, der Grund ist persönlicher. Wie schon Anfang des Jahres angekündigt stehen jetzt einigen entscheidende persönlich Veränderungen an. Eine davon: Ich werde heiraten! Und weil die Vorbereitungen uns dafür ziemlich auf Trab halten (neben dem Abschließen meines Projektes, der Konferenznachbereitung und andauernder Flucht vor Baumaßnahmen im Institut), habe ich euch das schon viel zu lange Verschwiegen. Jetzt wird es aber höchste Zeit, denn unser Termin ist schon nächsten Donnerstag, die große Feier folgt dann am Freitag Abend.
Tja, was soll ich noch sagen. Ich bin total glücklich, freue mich riesig auf nächste Woche und kann auf der anderen Seite den ganzen Rummel darum nicht verstehen. Meine Verlobte und ich leben inzwischen seit sieben Jahren zusammen, viel wird sich durch die Hochzeit also nicht verändern. Sie hat mich übrigens zur Fotografie gebracht, also verdanke ich ihr etwas wirklich wichtiges.
Ich muss zugeben dass ich dem Heiraten lange Zeit skeptisch gegenüber stand. Es hatte mir immer zu viel mit den kirchlichen Ritualen zu tun. Aber glücklicherweise ist das heute anders, und wenn man einander liebt kann es nicht schaden zueinander zu stehen. Zwar wird von vielen noch immer ein einhalten der unendlichen verschiedenen Traditionen, Bräuche und Gepflogenheiten erwartet. Aber niemand kann uns dazu zwingen, also lassen wir es . Macht auf diese Art noch mehr Spaß, auch wenn man öfters mal ein Kopfschütteln erntet weil man kein teures Hochzeitskleid, keine Ringe, kein Anstecksträußchen oder keine kirchliche Trauung will. Unsere Namen behalten wir auch einfach, was Sinn macht da wir beide schon Publikationen haben. Und ohnehin ist alles alternativ-künstlerisch geplant, also irgendwie komisch, zumindest für den einen oder anderen.
Mal sehen wie alles ablaufen wird. Fotos können wir an den Tagen selbst wohl kaum machen, aber vielleicht bietet sich die Gelegenheit. Und zwei fotografierende Freunde sind auch schon angehalten, uns abzulichten. Also kann ich euch danach vielleicht einige Bilder präsentieren.
So, das war dann mal ein sehr persönlicher Beitrag. Ist ja eigentlich nicht mein Stil, aber ich gehe davon aus dass Ihr mir verzeiht.
Tags: Kunst, Strand, Bretagne, Canon EOS 50E, Kirche, EF 24mm f/2.8, Fuji Neopan Acros 100, Herz, Liebe, Museum, Feier, Fotografen, Fotografie, Persönliches, Religion, Sand, Stein, Hochzeit
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Geschrieben von: Marcel in Fragen, Religion
Dies ist eine sehr traurige Geschichte, die aber wieder einmal die völlig fehlgeleitete ‘Logik’ der katholischen Kirche beim Umgang mit Frauen und Menschen im allgemeinen zeigt. Und der Italienische Premierminister taucht darin auch noch als Puppe des Vatikans auf.
Vor 17 Jahren hatte Eluana Englaro einen Autounfall, bei dem sie schwerste Gehirnverletzungen erlitt und ins Koma fiel. Seitdem vegetiert ihr Körper, von Lebenserhaltenden Gerätschaften und künstlich ernährt, vor sich hin. Sie ist zwar schon vor 17 Jahren gestorben, wie auch ein Arzt sagt, aber ihr Körper ist inzwischen beinahe doppelt so alt geworden. Ihre Familie wünscht sich, dass sie endlich Abschied von ihr nehmen können, möchte die Lebenserhaltung abschalten. Die Ärzte sagen auch, dass es keine Chance mehr gibt dass sie jemals wieder erwachen könnte. Aber damit nach dem Gehirn auch der Körper endlich sterben darf, mussten sie zunächst einen Jahrzehnt-langen juristischen Kampf führen.
Den Kampf haben sie nun endlich gewonnen. Aber da tritt ungeahnt der Italienische Premierminister auf den Plan und verkündet per Notfall-Dekret, dass die Lebenserhaltung nicht abgestellt werden darf. Und zwar, nachdem er Rücksprache mit dem Vatikan gehalten hat! Was? Was hat denn der Vatikan mit all dem zu tun? Der achtet doch sehr darauf, als eigener Staat behandelt zu werden. Aber es wird sogar noch schlimmer:, der wahre Skandal ist die Begründung, mit der Berlusconi zitiert wird. Er soll gesagt haben, dass Eluana Englaro in “der Verfassung ist, Babys zu haben”!
Ich bin sprachlos. Was ist denn Berlusconis (und sicherlich auch des Vatikans) Bild von Frauen? Brutmaschinen? Sind die so definiert? Einen Verstand zu haben ist völlig nebensächlich? In einer möglichen Zukunft, in der es Brutmaschienen wie in Aldous Huxley’s “Schöne Neue Welt” gibt, stehen diese dann auf einer Stufe mit Frauen?
Schließlich führt mich das wieder auf die Frage, an der ich mir ständig den Kopf zerbreche und deren Antwort ich wohl niemals finde: Wie kann irgend ein Mensch diesen Haufen überhaupt ernst nehmen?
Gestern ist Eluana Englaro gestorben. Berlusconi hält dies für Mord.
Tags: Silvio Berlusconi, Kirche, Koma, Italien, Lebenserhaltende Maßnahmen, Papst, Vatikan, Frauen
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Geschrieben von: Marcel in Stadt

Während ich durch Montmartre spazierte erreichte ich die Sacré-Cœur Basilika von der Seite und fand die halb versteckt hinter großen Bäumen. Es war ein wundervoller, sonniger Tag und die Mauern waren voller Kontrast. Das einzige, das mich an dem Bild stört ist die weiße Wolke im etwas dunkleren Himmel rechts hinter dem Baum. Zwischen den Blättern gibt es einige unnatürlich wirkende weiße Stellen, die zwar so aussehen, aber nichts mit einer schlechten Nachbearbeitung zu tun haben.
Und dann ist da noch der Schatten einer Taube auf der mittleren Mauer. Ich war mir dessen nicht bewusst als ich das Bild aufnahm, vermutlich weil die Taube zu schnell flog. Jetzt bin ich unentschlossen ob ich die Silhouette mag, oder ob sie mich eher stört…
Tags: Schwarzweiß, Canon EOS 50E, Kirche, EF 50mm f/1.8 II, Frankreich, Fuji Neopan Acros 100, Montmartre, Paris
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Geschrieben von: Marcel in Bilder

Wie versprochen gibt es heute ein aktuelleres Foto. Eigentlich sogar mit das aktuellste, es handelt sich um das letzte Bild das ich während meines Aufenthalts in Paris vor einigen Wochen gemacht habe. Dachte mir es ist eine schöne Idee, mit der letzten Impression zu beginnen. Ich habe zwar seitdem auch etwas fotografiert, aber damit ist noch kein Film voll geworden. Meine Fotografie passiert während solcher Ausbrüche an Aktivität, gefolgt von Phasen kreativer Ruhe (und dem Entwickeln, Scannen und Bearbeiten der Negative, natürlich).
Das Gebäude, dass wie ein Griechischer Tempel aussieht, ist eine katholische Kirche mit dem Namen Notre-Dame-de-Lorette. Der Blick geht von der dem Eingang gegenüber liegenden Seite der Rue de Châteaudun aus. In der Nähe gibt es eine Métro-Station des selben Namens. Die Schrift ist: “beatae mariae virgini lauretanae” und die Statuen repräsentieren Glaube, Hoffnung und Barmherzigkeit (jetzt fragt mich nicht in welcher Reihenfolge). Ich überlege warum ich häufig Kirchen fotografiere. Muss mal darüber nachdenken…
Tags: Schwarzweiß, Canon EOS 50E, Kirche, EF 50mm f/1.8 II, Frankreich, Fuji Neopan Acros 100, Paris, Fotografie, Reise
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