Professor Michael Schulz of Bonn  University is going to marry. I think this is nice, I married just some weeks ago and it was wonderful, I don’t have any regrets. But why write about this personal decision of some professor don’t know? Well, I am not the only one writing about this in Germany.

The reason: Schulz is professor for Catholic Theology. Expert for Dogmatic*. Even dean of the catholic-theological faculty and he became a member of the commission on catholic theology of the Vatican some month ago. That is why he has to live in ‘priestly celibacy’. But now love was stronger.

He therefore loses his position as a priest in the catholic church (he was immediately suspended by cardinal Karl Lehman, of his Mainz diocese). But there is more to come: The cologne archbishop cardinal Joachim Meisner, responsible for the faculty in Bonn, will notify Andreas Pinkwart, the minister for scientific affairs of the German federal state North Rhine-Westphalia, that the professor made a ’severe or annoying violation’ of the priestly moral conduct. This forces the minister to replace the professor. Because of a contract (German) between Prussia and the Holy See, dated to 1929. Obviously nobody cared to replace it in the past 80 years!

Luckily for the professor, he will keep his job, because as a federal employee he can not be fired. But he will not be allowed to teach catholic theology, so the university has to find him another position. They are thinking about philosophy. I am not sure, but I think I get it right when I say that the university now has to pay another professor to replace him. I agree that nobody should loose his or her job because of the highly private decision to marry and not stick to the silly celibacy-stuff. But I don’t accept that the church can demand his removal from a state-run university forcing it to probably have extra costs. It can not be that in the 21st century our state is so strongly influenced by the church, via an ancient contract. The minister for science is told by the church what to do! Because of a decision by a professor concerning his private life. Ridiculous.

It is time to effectively separate church and state in Germany.

*: Funny what kind of professorships there are. To me this seems to be the complete opposite to science, both paid by the state to teach at the same university, but maybe I miss something here …


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9 Responses to “Love vs. Church: 1:0”
  1. Rooby says:

    Ganz ganz schwieriges Thema.
    Als selbst nicht-religiöser Mensch kann ich diese Thematik (heiraten oder nicht) ansich schon nicht verstehen, ABER ich finde, dass es jedem selbst überlassen ist, in welche Kreise er eintritt. Wenn der gute Mann sich also für diese Laufbahn entschlossen hat, dann wusste er, was er darf oder auch nicht. Und auch wenn wir die Regeln des katholischen Glaubens nicht immer (sogar nur höchst selten) verstehen, bin ich dennoch der Meinung, dass wer sich ihnen anschließt, diese auch achten sollte. Oder sonst eben mit den Konsequenzen leben muss.
    Dazu gehört auch der Staat, der diesen Vertrag mittragen muss. Wer, wenn nicht unsere Minister, könnten diesen Zuständen entgegen treten? Wenn sie es nicht tun - selbst schuld. Aber letztlich zahlt es der Steuerzahler, daher kann ich diesen Punkt zumindest guten Gewissens unterstreichen.

    Und mal ab von diesem Thema:
    ich mag Deine Beiträge zum Thema Religion sehr. Eins meiner Hobbys ist tatsächlich Religion und die Auswirkungen auf den Menschen. Meist geht es mir auch um die katholische Kirche, aber auch die Protestanten sind immer mal dabei. Andere Bereiche eher nicht, aber das liegt auch daran, dass ich mich viel mit der Zeit von 800 bis ca. 1500 befasse. Da gehört der religiöse Aspekt nun mal dazu und es ist erstaunlich was heute noch so alles existiert, was damals seine Gründung hatte (siehe Inquisition (damaliger Begriff) = Kongregation für die Glaubenslehre (heutiger Begriff)).
    Weiter so… :-)

  2. Marcel says:

    Ja, ist ein schwieriges Thema. Und natürlich muss jeder, der sich in dieses Regelgeflecht begibt, die Konsequenzen seines Handelns selbst tragen. Ich finde es aber schön, dass sich manche dann bewusst gegen die Regeln entscheiden, da ich sie für Quatsch halte. Ist vielleicht so etwas wie Schadenfreude. :-)
    Ich kapiere nur nicht dass der Staat sich von diesen Regeln vorschreiben lässt was er zu tun und zu zahlen hat. Aber ich habe natürlich auch kein ausgeprägte Traditionsbewusstsein und Religion ist ja bekanntermaßen auch nicht meins …

    Achso, und danke für dein Statment, das motiviert mich weiter zu machen. Religion ist schon ein interessantes Thema, mich fasziniert es vor allem weil ich vieles daran einfach nicht nachvollziehen kann.

  3. Rooby says:

    Religion ist wirklich spannend, finde ich auch. Eben genau deswegen, weil es so oft so bekloppt ist, was da vorgegeben wird, aber dennoch so viele Menschen dem Mist hinterher rennen.
    Ich hab eben mal wieder ein Hörbuch gehört, was ich auch als echtes Buch habe:
    Michael Baigent & Richard Leigh - Als die Kirche Gott verriet
    Das ist klasse, weil man da so viel Background zu Punkten bekommt, die man so nicht erkennen kann, wenn man nicht mitten drin steckt. Vielleicht macht es Dir ja auch Spaß.
    Und Richard Dawkins “Gotteswahn” ist auch gut geschrieben. Kann ich ebenfalls empfehlen.
    :-)

  4. Marcel says:

    Baigent & Leigh kenne ich nicht, das schau ich mir mal an. Den ‘Gotteswahn’ hab ich gelesen (die Englische Version), war interessant und teilweise erschreckend. Ich kann noch ‘Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren’, von Hubert Schleichert empfehlen, ich habe es positiv in erinnerung, ist aber schon ein paar Jährchen her. Ob das aktuell noch zu haben ist weiß ich gerade nicht.

  5. Rooby says:

    Das scheints zumindest bei Amazon noch zu geben, aber ich werde mal in nem Buchladen reingucken. Bei solchen Büchern ist der Stil auch immer entscheidend, ob man es gut lesen kann oder nicht.
    Aber mir ist noch eins eingefallen, was mitunter echt lustig ist. “Lexikon der biblischen Irrtümer”. Wenn Du Freunde hast, die sich auch ein bißchen mit dem Thema beschäftigen oder solche kennst, die Du gerne mal schocken magst, dann besorg Dir das. Da stehen völlig abstruse Irrtümer, falsche Berechnungen, gegensätzliche Aussage usw. drin, bei denen man z.T. laut lachen muss, wenn man das liest. Kurzweilig und unterhaltsam. :-)

  6. Marcel says:

    Ja, man muss nicht nur den Inhalt interessant finden, sehr wichtig ist auch die Darstellung, also vor allem der Stil. Das ist ja das schöne an den noch real existierenden Buchläden: man kann richtig reingucken bevor man was kauft. :-)

    Das Lexikon klingt vielversprechend, aber wenn ich mir ansehe was der Autor, Walter-Jörg Langbein, sonst so geschrieben hat überleg ich mir nochmal ihn finanziell zu unterstützen …
    Für mich macht es den Eindruck dass er auf allerhand pseudo- und parawissenschaftliche Vorstellungen steht. Beziehungsweise weiß, wie man mit diesen menschlichen Vorstellungen gut Geld machen kann. Mir fällt auf dass sogar die Abfolge der Publikationen der wechselnden popularität dieser Themen in der Vergangenheit entspricht, soweit meine Erinnerung mich nicht täuscht: 2012 und Maya, Da-Vinci Code, Nostradamus, Aliens.

  7. Rooby says:

    Oh Gott….ja……ich hab mir das jetzt mal genauer angesehen und bin etwas erschrocken.
    Der schreibt ja echt viel Mist, bzw. kann das ja auch alles recherchiert sein, aber in Summe wirkts eher wie eine Sammlung von Hr. von Dänikens Werken.
    Man (also ich) sollte sich vielleicht mehr Hintergrundinfos zu den Schreiberlingen ran holen, bevor man (ich) die kauft. Und vor allem in anderer Leute Blogs weiterempfiehlt. ;-)

  8. Marcel says:

    Naja, mir passiert das auch. Das ist halt wiederum der Nachteil von echten Buchläden: man kann nicht einfach nachsehen was der Autor/die Autorin sonst noch schreibt.

  9. Matthias says:

    Ich schätze mal das wird noch eine zeitlang dauert, bis beides so getrennt ist wie es die Verfassung vorschreibt.

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